China-Charts.


Diese Woche war sehr chinesisch, ich bin zu fast nichts gekommen. Nicht mal dazu, mich per Blog darüber aufzuregen. Viel Arbeit, fünf Tage haben sich angefühlt wie zwei und die Resultate all dessen sind mager.

Ein Klassiker der Woche: unsere Heizung. Wir sind mittlerweile chinagestählt genug um zumindest Amokläufe zu vermeiden, es kostet aber nach wie vor Nerven.
Shanghai ist in Sachen Wetter sehr binär: kalt oder warm. Seit Montag ist es kalt. Nachdem wir im letzten Jahre große Teile des Winters unter 13 Grad im Haus hatten, haben wir dieses Jahr vorgesorgt: ausdrückliche schriftliche Vereinbarungen mit dem Landlord, ständige Beobachtung der Heizsituation und Chinesen mit Konsequenzen drohen, wo es ihnen wehtut: beim Geld. Nicht mal Straflager wirkt hier motivierender. In der Theorie.

Seit Montag erleben wir die Wiederaufführung des Schauspiels: „China repariert“. Je nach Tagesform ist das Tragödie oder Komödie. Leider nie Dokumentation.
Das Drehbuch würde wie folgt aussehen:

„The floor heating does not work, can you please send someone to fix it?“
„Sure.“

Drei Stunden später: Monteur kommt, schaltet die Heizung aus und an. Und geht wieder.

„The heating still does not work. Can you please have someone check it again.“
„Sure, no problem.“

Einen Tag später: Monteur 2 kommt, nimmt die Verkleidung ab, schaltet Heizung aus und ein. Geht wieder.

„The floor heating does not work. Again. Please fix it, it is getting cold.“
„No problem, we will send a better engineer.“

Gleicher Tag: Monteur 3 kommt, betrachtet die Heizung interessiert für 15 Sekunden und geht wieder.

(Proaktiv): „The engineer says, it needs to be fixed by someone from the manufacturer. We will send someone from BOSCH.“
„Good. When?“
„2-3 days max.“
„Hurry up, it is cold.“

Gleicher Tag, 19 Uhr, stockdunkel, Platzregen. Monteur 4 steht verwirrt und durchnässt um dunklen Garten und schaltet die Heizung an und aus. Geht wieder.

„What’s with the heating? The engineer did not do anything.“
„They will send a better engineer. We follow up with you.“

Das war Stand der Dinge gestern. Ich weiß jetzt schon, daß das uns noch ein paar Wochen beschäftigen wird. Am Wochenende kaufen wir Heizdecken.

Wirkliche Aufregung verursacht uns das eigentlich nicht mehr. China eben. Trotzdem etwas, was hier eindeutig anders läuft.
Wenn man in Deutschland ein Problem hat, ist das auch nicht witzig. Handwerker lassen drei Wochen auf sich warten, sagen dann, sie kommen Montag zwischen 8 und 12, stehen um 6 auf der Matte, reparieren alles zu zweit und berechnen die Arbeit für vier. Dafür geht dann wenigstens alles.
Hier gilt ein anderes Prinzip: wenn es ein Problem gibt, werden erst einmal ALLE möglichen Lösungen ausprobiert in aufsteigender Abfolge des Aufwandes. Man arbeitet hier ungern mehr als wirklich nötig.

Dabei fiel mir auf, daß man recht viel ganz nett vergleichen kann. Berufsbedingt bin ich Diagramm- und Prozessjunkie. Macht nicht unbedingt attratkiv, aber: ich LIEBE Charts. Ein paar Unterschiede lassen sich tatsächlich einfacher in Balken und Linien als in Worte fassen. Ich werde das einfach öfter mal versuchen.

Reparaturen

Schnelle Lösungen sind zu einfach.

 

Autofahren.

Prioritäten im Straßenverkehr.

Geräuschkulisse.

Bitte seien Sie laut.

Leben.

Alltag im Vergleich.

Werde nun losziehen und Elektroheizungen besorgen. Und Whisky.

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6 Gedanken zu „China-Charts.

  1. OMG – die Charts sind ganz großes Kino (ich habe gerade ein HIMYM Déja-Vu!)! Überhaupt – mal großes Lob an dieser Stelle, seit ich den Blog kenne bin ich begeisterter Leser und lach mich regelmäßig schlapp! Danke!

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