Von China gelernt.


Man lernt nie aus. Das gilt wahrscheinlich sogar noch mehr für das Leben im Ausland. In China habe ich sehr viel gelernt bisher:

  1. Eine Stadt, die „nicht sehr groß“ ist, kann immer noch mehr Einwohner haben als Berlin, Rom und Paris zusammen.
  2. Auch vermeintlich eindeutige Aussagesätze sind kultureller Interpretation unterlegen („Die Präsentation ist fertig.“ „Kein Problem.“ „Ich komme morgen um vier.“ „Das ist ungefährlich.“)
  3. Lieferzeit und Geschmack von Liefergerichten stehen in einem direkten Zusammenhang.
  4. 90 Minuten sind für jedes Gericht zu lang. Besonders für einen Big Mac.
  5. Chinesen essen zwar Hunde, jedoch ist es keine weitverbreite Lieblingsspeise.
  6. Hund ist ein Winteressen.
  7. Hühnerfleisch und Hühnerherzen sehen sich im gegrillten Zustand sehr ähnlich, haben geschmacklich aber wenig Gemeinsamkeiten.
  8. Eine Autohupe ist kein Warnsignal, sondern ein Kommunikationsinstrument.
  9. Ein paar kleine Tonverschiebungen können den Unterschied zwischen einem Kompliment und einer handfesten Beleidigung ausmachen. Gesichtsentgleisungen eines Beleidigten sind weltweit ähnlich.
  10. Es gibt viele, teils wirklich gute Witze über Deutsche („Wie öffnet ein Deutscher eine Auster? *KLOPF* *KLOPF* *KLOPF* – Aufmachen!!“)
  11. Chinesische Beamte sind deutlich freundlicher als deutsche. Selbst wenn sie einen verhaften.
  12. Chinesen vertragen Alkohol oft weniger gut als Europäer.
  13. Scheren tut es sie nicht.
  14. Die maximale Zuladung eines Elektrorollers beträgt das 450-fache seines Eigengewichts.
  15. An Bord eines Flugzeugs der Shanghai-Airlines, ist die Durchsage „Wir versprechen Ihnen eine Erfahrung, die Ihnen in Erinnerung bleiben wird“ nicht zwingend positiv gemeint.
  16. Toxic, Waters, Pinky, Wohlstand und Potato sind gesellschaftlich akzeptierte Vornamen.
  17. Spareribs mit Stäbchen zu essen und dabei seine Würde zu bewahren ist unmöglich.
  18. In einem Markt mit 1,3 Mrd Konsumenten, verdient man mit Fälschungen auch dann Geld, wenn das Produkt einen geringen Wert hat. Zum Beispiel Erbsen.
  19. J.K. Rowling hat nicht sieben, sondern elf Bände von Harry Potter geschrieben, die letzten vier aber exklusiv in China herausgebracht. Unter anderem die Klassiker „Harry Potter and the Leopard Walk-Up-To Dragon“ und „Harry Potter and the Chinese Overseas Students at the Hogwarts School of Witchcraft and Wizardry“
  20. Ab einer bestimmten Menge Alkohol, ist es auch Westlern ohne vorherige Sprachkenntnis möglich, fließend Mandarin zu sprechen. Dies gilt auch für finnisch, ungarisch und indonesisch.
  21. Quallen haben ein super Kaugefühl.
  22. Seeschnecken nicht.
  23. Pierre Littbarski ist in China auch 2012 noch ein echter Weltstar.
  24. Hunde fressen Bonsais und Katzen verlieren den Verstand beim Anblick deutscher Salzstangen.
  25. Hessisch ist in Shanghai eine praktikable Kommunikationsalternative zu Mandarin.
  26. Das ökonomische Konzept der Preisbildung durch Angebot und Nachfrage lässt sich anschaulich am Mozzarellapreis in Shanghai erklären.
  27. High-Heels, Micro-Rock und Korsage fallen unter „Business Attire“.
  28. Der TÜV ist Deutschlands am meisten unterschätzte und völlig zu Unrecht verunglimpfte Institution.

Ich finde, er guckt irgendwie….spöttisch wissend.

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13 Gedanken zu „Von China gelernt.

  1. hehe, gute Liste. Viele dieser Punkte kann ich absolut nachvollziehen, denn ich habe letztes Jahr in Nanjing studiert. Vieles kommt mir also sehr vertraut vor :=) Diese Liste könnte man aber definitiv noch erweitern. Ich hätte da auch noch ein paar Punkte auf Lager :=)) Beste Grüsse aus der Schweiz.

    马赛尔

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